Statements zur GFA

Alois Stöger

„Als Sozialminister bin ich in vielfältiger Weise mit der Gesundheitspolitik verbunden. Ob im Sozialbereich, der Arbeitsmarktpolitik oder beim Konsumentenschutz: ... Sozialpolitik und Gesundheitspolitik beeinflussen und bedingen einander zugleich. GFA ist ein bestens geeignetes Instrument, um sozial- und gesundheitspolitische Ziele aufeinander abzustimmen. Daher begrüße ich den Ausbau dieses Instrument in Österreich und werde diesen im Rahmen meines Ressorts bestmöglich unterstützen.

Alois Stöger
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

Jörg Leichtfried

„Verkehrspolitik hat eindeutig Auswirkungen auf Gesundheitspolitik. Die Förderung des optimalen Mobilitäts-Mix mit öffentlichem Verkehr, Radfahren, Zufußgehen und immer mehr emissionsfreiem Autofahren hat neben dem Umweltaspekt auch unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. ... Die richtige Verkehrspolitik kann etwa dazu beitragen, dass die Bürgerinnen und Bürger saubere Luft atmen können. Ähnliches gilt für die Frage, welche Technologien wir fördern und welche Innovationen wir vorantreiben. Daher bekenne ich mich dazu, den Gesundheitsaspekt bei allen politischen Entscheidungen möglichst von Anfang an mitzudenken. Deshalb unterstütze ich die Etablierung der Gesundheitsfolgenabschätzung und die Umsetzung der Rahmen-Gesundheitsziele, insbesondere die Förderung von gesunder und sicherer Bewegung im Alltag durch entsprechende Gestaltung der Lebenswelten."

Jörg Leichtfried
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technik

Herwig Ostermann

„Die Gesundheit der Menschen wird von vielfältigen Faktoren beeinflusst. Sie zu erhalten oder im Bedarfsfall wieder herzustellen ist nicht allein Angelegenheit der Gesundheitspolitik, es bedarf vielmehr des Zusammenspiels aller Politikbereiche. ... Mit den Rahmen-Gesundheitszielen hat sich die Politik in Österreich zu diesem Grundsatz bekannt und die Weichen in Richtung „Gesundheit in allen Politikfeldern“ gestellt. Die Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) ist ein international anerkanntes Instrument, um dieses Bekenntnis konkret umzusetzen. Die GÖG hat im Auftrag des Gesundheitsministeriums die konzeptiven Grundlagen zur Etablierung von GFA in Österreich im Jahr 2010 erstellt und begleitet seither die Umsetzung. Die Einbindung der Betroffenen ist dabei ein wichtiger methodischer Grundsatz. Mit der Gestaltung dieser Website wollen wir über die laufenden Entwicklungen informieren."

Herwig Ostermann
Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH

Christa Peinhaupt

„Bildung, sozialer Status und Einkommenssituation beeinflussen wesentlich die Gesundheit der Bevölkerung. Prinzipiell sollte es in einem Land mit so hohem Wohlstand wie in Österreich möglich sein, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass Gesundheit weniger ungleich verteilt ist. ... Health Impact Assessments zu etablieren kann langfristig zu mehr sozialer und gesundheitlicher Gerechtigkeit führen. Dafür ist zunächst das Bewusstsein auf Ebene der Entscheidungsträger aller relevanten gesellschaftlichen Bereiche zu schaffen. Ziel ist es, bei maßgeblichen politischen Entscheidungen zwingend die Frage zu stellen, welchen Einfluss diese Entscheidungen auf die Gesundheitsentwicklung und auf die Krankheitsrisiken der Bevölkerung haben.

Christa Peinhaupt
ehem. Geschäftsbereichsleiterin FGÖ, Gesundheit Österreich GmbH

Martin Sprenger

„Fast alle Österreicherinnen und Österreicher kommen heute gesund auf die Welt. Bei den unter 40-Jährigen fühlen sich derzeit noch immer 95 Prozent bei guter oder sehr guter Gesundheit. Erfolgreiche Gesellschaften sind auch gesunde Gesellschaften. Umso wichtiger ist es, dass unsere Gesundheit in allen Politikbereichen berücksichtigt wird. ... GFA hat sich international als Instrument bewährt. Angesichts der zunehmenden Ungleichheiten in der österreichischen Bevölkerung kommt GFA auch eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung zu. Es würde mich freuen, wenn Österreich im 21. Jahrhundert den Mut für eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik aufbringt und GFA zunehmend einsetzt, um politische Entscheidungen in Bezug auf ihre Gesundheitsfolgen zu bewerten.

Martin Sprenger
Allgemeinmediziner, Master of Public Health (Auckland/NZ),
Leiter des Universitätslehrgangs Public Health an der Medizinischen Universität Graz, Österreich

Seit 2001 an GFA interessiert, HIA-Ausbildung in Wellington/Neuseeland 2005, Vorträge Workshops zu HIA

„Ein systematisch durchgeführtes GFA ermöglicht schon in der Prozessentwicklung eines Vorhabens Erkenntnisse über die damit verbundenen Gesundheitschancen und -risiken durch evidenzbasiertes Erfassen und Behandeln aller relevanten Gesundheitsdeterminanten. ...
Im Sinne von Health in All Policies wächst das Bewusstsein bei den Entscheidungsträgern für die Zusammenhänge von Gesundheit und physikalischer, ökonomischer und sozialer Umwelt. Auf dieser Grundlage können Entscheidungen unter dem Blickwinkel der Bevölkerungsgesundheit optimiert werden.
Wäre GFA bereits implementiert, ließen sich die notwendigen Entscheidungen unter Mitgestaltung der Betroffenen leichter und „gesünder” treffen (z. B. Schulentwicklung in Österreich).
Es bleibt zu hoffen, dass HIA zum selbstverständlichen Werkzeug guter Politiken wird und Österreich damit einen chancenreichen Weg geht, den andere Länder schon sehr erfolgreich beschritten haben.”

Harald Geiger
niedergelassener Kinder- und Jugendfacharzt in Dornbirn, Österreich, fachlicher Leiter der Gesundheitsvorsorgegesellschaft des Arbeitskreises für Vorsorge und Sozialmedizin (aks) Vorarlberg

Masterthesis „HIA von Kindergärten als Familientreffpunkte” im Rahmen des Universitätslehrgangs Public Health an der Medizinischen Universität Graz

Martin Birley

„I am delighted that colleagues in Austria are joining our international HIA community. ... I have been privileged to participate in the expansion of interest in many countries. Each country has its own priorities and administrative processes. The key element is a clear recognition that many of the most important public health decisions are made outside the health service: by other public sectors and by private corporations. Managing these impacts requires appropriate instruments and consensus and is dependent on the kind of promotion found in this newsletter.

Martin Birley
HIA-Berater bei Birley HIA Health Impact Associates, UK

Robert Quigley

„There is much to be learned from each country’s experience and I look forward to learning about what has worked well in Austria, and what has worked less well. HIA is simply a good idea, and if an appropriate process is undertaken then the health benefits for Austrians and visitors will flow, and flow through generations. ... Develop strong relationships, diversify your skill base into many sectors, understand decision making processes, be a voice for vulnerable groups, watch out for jargon, share freely, evaluate, help partner agencies achieve their goals, don’t use HIA unless it is the best tool for the job, win hearts and minds, celebrate your successes and above all, enjoy yourself.

Robert Quigley
Direktor von Quigley and Watts Ltd, Neuseeland,
stellvertretender Direktor der HIA Research Unit an der Universität von Otago, HIA und HIA-Trainings im Asien-Pazifik-Raum

Joan Devlin

„In taking forward HIA at the local government level, you are creating exciting new opportunities to engage policy makers in debate on improving the health of the local population and action that can address inequalities in health. ... The process will strengthen awareness of the implications of non health policies on health and on health inequalities, and in providing the evidence on the social determinants and health equity you will improve the social living conditions of the population and particularly of the most vulnerable. HIA will strengthen and create new partnerships for health at the local level – it is a dynamic and systematic way of engaging politicians, policy makers and the local population to reconcile policy objectives and improve health.

„My advice for the path ahead is to find key political champions; strong peer support; the technical skills required to conduct HIAs and steadfastness in overcoming obstacles. I wish you every success with the next steps.”

Joan Devlin
Direktorin des Gesunde-Städte-Netzwerks Belfast, Nordirland, ehemalige Vorsitzende des Gesunde-Städte-Sub-Netzwerkes für Health Impact Assessment der WHO

Ben Harris-Roxas

„It is good that Austria is going to use HIA because its influence in the EU and internationally has been significant. Based on our work in Australia I would suggest that training people in HIA is good, but it is more important to do HIAs. ... This provides good examples of how HIAs are conducted and also how they can usefully inform decision-making. Given Austria’s a federalist country, HIA may be relevant to decision-making at federal, provincial and local levels. Explore its use at all three levels if you can.

Ben Harris-Roxas
Forschungsstipendiat im Centre for Health Equity Training Research and Evaluation an der Universität in New South Wales, Australien, langjährige Erfahrung mit HIAs und HIA-Trainings

WHIASU Logo

„It is excellent news that HIA is moving forward in Austria because it will help to identify and maximise any positive health and wellbeing impacts of national and local policies and plans on the population at a difficult economic time and will support mitigation of any detrimental effects. ... It is a useful tool as a lever for health improvement particularly for vulnerable groups and can aid the reduction of inequalities in health and led to services appropriate for need.
Based on the Welsh experience, I would firstly concentrate on raising awareness of HIA at all levels of government and at grassroots level with communities. ‚Sell‘ the benefits of the process to them via any HIA’s that have already been undertaken and build capacity within organisations who are keen to use HIA so that they can take it forward too. Don’t spread yourselves too thinly. Concentrate on achieving what you can! Good luck!

Liz Green
Wales Health Impact Assessment Support Unit, UK

Rainer Fehr

„Among the various health-related assessments, GFA arguably is the most relevant for Public Health practice and policy-making. ... The timing is good: several EC co-funded GFA projects on advanced GFA methodology are nearing completion. (And from the perspective of a neighboring country: Austria’s bold move forward may inspire other countries to take similar steps.)
Internationally, there is a wealth of GFA experience waiting to be utilized. Much can be gained from successful integration of generic Public Health issues with Environmental Health issues in GFA. To build a national GFA culture is likely to require patience, serendipity and luck.

Rainer Fehr
Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW, Deutschland, WHO CC für regionale Gesundheitspolitik und Öffentliche Gesundheit, langjährige Erfahrung im GFA-Sektor

Lea den Broeder

„Health considerations are often forgotten or poorly addressed when designing new policies. These days of economic crisis, restoring the economy is the first and foremost priority for policy makers, and health issues are therefore not too high on the policy agenda. ... HIA helps to ensure that policy makers remain aware of the opportunities but also adverse impacts that policies may have on public health. To be able to move HIA further in crisis times however, it is also important to report on the vice versa impacts: a healthy population and a healthy work force is an asset that contributes a healthy economy.

Lea den Broeder
GFA-Beraterin am Nationalen Institut für Public Health und Umwelt, Niederlande, Erfahrungen mit Gesundheitsfolgenabschätzung bzw. Health in All Policies seit mehr als zehn Jahren, Organisation der internationalen HIA-Konferenz in Rotterdam 2009, Leitung der Health Section der International Association for Impact Assessment