Integrieren der Gesundheitsfolgenabschätzung in die Strategische Umweltprüfung -
Erfahrungen aus anderen Ländern

GFA ist eines von mehreren Instrumenten, die in den letzten zehn bis zwanzig Jahren zur Überprüfung der spezifischen Auswirkungen von politischen Vorhaben oder auch konkreten Umsetzungsprojekten entwickelt wurden.

Am längsten etabliert und am bekanntesten ist die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Sie ist inzwischen in sehr vielen Ländern – so auch in Österreich und in der gesamten EU – verpflichtend vorgeschrieben bei spezifischen Umsetzungsprojekten (insbesondere größeren Infrastruktur- und Verkehrsprojekte) um die Umweltauswirkungen zu überprüfen.

Erst seit wenigen Jahren ist – ebenfalls EU-weit - ergänzend auch die Strategische Umweltprüfung (SUP) rechtlich verankert. Diese ist eine Prüfung der Umweltauswirkungen für politisch-strategische Entscheidungen in bestimmten Bereichen (z. B. Abfallwirtschaft, Verkehr, Energiewirtschaft).

In manchen Ländern wie z.B. in Kanada und Australien hat sich GFA aus der Umweltprüfung heraus entwickelt bzw. ist vorrangig noch immer an diese gekoppelt. Evaluationen auf EU-Ebene zeigen, dass Gesundheit bei der UVP in Europa noch immer zu wenig berücksichtigt wird.

Gesundheitsauswirkungen sollten prinzipiell miterfasst werden. In der Praxis geschieht dies oft nur am Rande und dann meist reduziert auf „biophysical impacts“ (Tod, schwerwiegende physische Erkrankung), nicht auf Basis des breiten Gesundheitsbegriffs, der GFA zugrunde liegt.

Der bedeutendste Nachteil einer ausschließlichen Prüfung der Gesundheitsauswirkungen im Rahmen einer Umweltprüfung (UVP, SUP) liegt aber darin, dass viele gesundheitsrelevante Vorhaben dann keinerlei Gesundheitsprüfung unterzogen würden, da das „Screening“ nach Umweltkriterien erfolgt.